Bau eines Brotbackofens aus Lehm

Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Heiner Jakob vor 1 Jahr, 3 Monate.

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    Heiner Jakob

    Mein Projekt passt zwar nicht unmittelbar hierher, ist aber vielleicht dennoch von Interesse, weil es an einem überschaubaren und für Jedermann/frau durchführbaren Projekt an den Umgang mit dem Werkstoff Lehm heranführt.

    Zur Zeit versuche ich, gemeinsam mit meinen beiden Enkeln, einen Brotbackofen aus Lehm zu bauen, in Anlehnung an die römischen Backöfen. Der erste Versuch war nicht erfolgreich, weil beim Trocknen zu große Risse entstanden sind. Wir haben bereits einige Museen besucht und uns mit Leuten unterhalten, die Lehmöfen betreiben. Heute waren wir im Freilichtlabor Lauresham in Lorsch ( http://www.kloster-lorsch.de ), wo ein großes Themenwochenende rund ums Metall stattgefunden hat – u.a mit dem Schmelzen von Erz in einem Rennofen aus Lehm. In diesem Ofen herrschten beim Schmelzvorgang Temperaturen um 1300°C. Er hat das anstandslos verkraftet. Es geht also. Das „Geheimnis“ besteht im Abmagern des Lehms durch Strohhäcksel und eine geringe Menge Sand.

    Ich konnte zuschauen, wie nach dem Schmelzvorgang der Ofen geöffnet und die „Luppe“ entnommen wurde. Das eingebettete Stroh war nicht verbrannt oder verkohlt, nur die zur Stabilisierung beim Bau dienenden Weidenruten waren schwarz.

    Ich werde nun also einen zweiten Versuch starten, Strohhäcksel unter den Lehm mischen, mit weniger Wasser arbeiten und den Lehm verdichten.

    Alle, mit denen wir uns bisher unterhalten konnten, sagen, dass das starke Schwinden beim Trockenvorgang und resultierende Rissbildung die größten Herausforderungen darstellen.

    Eventuell presse ich deshalb Formstücke und setze diese mit Lehmmörtel zusammen (im Verhältnis 1:1 Lehm und feinkörniger, feuergetrockneter Quarzsand).

    Für unser Projekt habe ich mir eine Methode ausgedacht, die es ermöglicht auf einfache Weise einen Ofen zu formen. Ich habe eine verlorene Form (Schalung) aus dünnem Pappelsperrholz gefertigt, so wie der Ofen innen geformt sein soll. Um diesen Pappelholzkern wird der Lehm ca. 10 cm dick aufgebracht bzw. gemauert. Nach dem Trocknen wird der Ofen angezündet, und der Pappelholzkern – d.h. die Innenform bzw. Schalung – verbrennt vollständig. Auf diese Weise erhält man ein sauberes und glattes Innenleben des Backofens. So – bisher – die Theorie. Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass die Idee funktionieren wird.

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