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Glossar der Lehmbau-Begriffe

Abriebfestigkeit: Sie ist umso höher, je glatter und geschlossener dessen Oberfläche und je höher dessen Bindekraft ist. Mit Zugabe von 5% Leinöl - Firnis wird die Abriebfestigkeit erhöht.
Austrocknungsdauer: Die Zeit, die notwendig ist, damit ein nasser und durchfeuchteter Baustoffe seine Gleichgewichtsfeuchte erreicht. Die Dauer liegt zwischen vierzehn und dreissig Tagen und ist von folgenden Faktoren abhängig: Tonanteil, Raumluftemperatur, relative Luftfeuchtigkeit. Im Vergleich dazu liegt die Austrocknungsdauer bei Hochlochziegeln oder Kalksandsteinen über hundert Tage.
Bentonit: Fertiges Tonpulver zur Beimischung von magerem Lehm; hohe Bindekraft aber starkes Quellen und Schwinden. Besser ist die Verwendung von aufbereitetem fetten Lehm aus der Ziegelei.
Bindekraft: ist das Mass für die Zugfestigkeit im plastischen Zustand; ist abhängig vom Tongehalt und der Art der vorhandenen Tonminerale. Tone,die viel Natrium oder Kalium aufweisen, haben eine hohe, Tone, die viel Kalzium enthalten, eine geringere Bindekraft.
Einsumpfen: Trockene Lehmklumpen aus der Baugrube müssenzur Weiterverarbeitung  aufbereitet werden. Dabei werden die Lehmklumpen in flache Behälter 15-25 cm hoch geschichtet und mit Wasser bedeckt. Nach zwei bis vier Tagen entsteht eine weiche Masse, die leicht durchgeknetet und mit trockenen Zuschlagsstoffen wie Sand, Kies und Fasern gemischt werden kann.
Faserstoffe: Durch Zugabe von feinen Fasern wird die Bildung von Rissen während des Trocknungsvorganges verringert. Es können sich allerdings vermehrt feine und feinste Risse bilden. Geeignete organische Faserstoffe sind Kokos-, Sisal-, Flachs-, Hanf- und Bambusfasern, Kiefern- und Lärchennadeln.
Gleichgewichtsfeuchte: Jeder Baustoff behält nach dem Austrocknen eine spezifische Restfeuchte, die von der Temperatur und vom Feuchtegehalt der umgebenden Luft abhängt. Anders gesagt, ist die Gleichgewichtsfeuchte die maximale Feuchte, die ein Baustoff bei konstanter Temperatur und Luftfeuchte aufnimmt. Fetter Lehm kann mehr Luftfeuchtigkeit aufnehmen als magerer Lehm. 
Kornverteilung: Lehm besteht aus Ton, Schluff, Sand und Kies. DerAnteil des jeweiligen wird bezogen auf die Gesamtmasse des Lehms in Prozent angegeben. Die Korndurchmesser sind auf einer logarithmischen Skala vermerkt. Die Druckfestigkeit von Lehm lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen  allein durch die Verteilung von Schluff, Sand und Kies erhöhen, ohne dass der Tonanteil verändert wird.
Leichtlehm: Lehm mit "Leichtzuschlägen" (z.B. Stroh, Schilf, Seegras, Blähton, Blähperlite) hat nach DIN 18951 ein Raumgewicht von weniger als 1200 kg/m3. Leichtlehm hat gute Wärmedämmeigenschaften. Er wird als Material für Lehmsteine oder in Schalungen gepumpt, geschüttet oder gestampft.
Mauken: Fertig gemischter Lehm sollte vor der Verarbeitung 12 bis 48 Stunden feucht gelagert bleiben, um zu mauken. Dadurch vergrössert sich die Bindekraft des Tons. Fette Lehme sollten länger, magere Lehm kürzer mauken.
Rohdichte: bezeichnet die Trockenmasse eines Körpers bezogen auf sein Volumen und wird in kg/m3 angegeben. Krümeliger erdfeuchter Lehm hat eine Rohdichte von 1.000 bis 1.500 kg/m3, im verdichteten Zustand als gepresster Lehmstein oder als Stampflehm werden 1.700 bis 2.200 kg/m3 erreicht. Die Rohdichte ist abhängig vom Anteil Kies, Schotter oder Gesteinen und kann durch Leichtzuschläge entsprechend verringert werden.
Stampflehm: als traditionelle Lehmbauweise bekannt, aber aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes und der geringen Wärmedämmung heute nicht mehr üblich. Der erdfeuchte Lehm wird in 10 bis 15 cm dicken Schichten in eine Schalungsform geschüttet und durch Stampfen verdichtet.
Ton: ist Grundstoff und Bindemittel im Lehm. Die häufigsten Tonminerale sind Kaolinit, Illit und Montmorillonit. Abhängig vom prozentualen Anteil des Tones am Lehm spricht man von fettem oder magerem Lehm.
Zwangsmischer: Ein Gerät zur Aufbereitung des Lehms. Die Mischung wird dabei durch rotierende Arme bewegt. Der Arbeitsaufwand wird durch eine integrierte Beschickungskippmulde verringert.
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